Es fehlte nicht viel! Knappe Niederlage beim Final 4
MHC-Herren müssen sich im DM-Finale dem UHC knapp mit 4:5 geschlagen geben
Es fiel den MHC-Herren nicht leicht, am Sonntag in der Süwag Energie ARENA dem UHC Hamburg beim Meisterjubel zuzusehen, ging doch das Finale beim Volvo E.R.B. Final4 2026 um die deutsche Hallenhockey-Meisterschaft vor über 4000 Zuschauern knapp mit 4:5 (1:3) verloren. Viele davon kamen vom MHC und ließen ihr Team verdientermaßen trotz der Niederlage hochleben, nachdem der Blaue Block schon während des Spiels das Team von Trainer Zafer Kir nach vorne gepeitscht hatte. „Die Jungs haben heute alles rausgehauen, was ging. Am Ende kommen wir ja auch nochmal ran und viel hat uns nicht gefehlt. Am Ende sind es dann Nuancen, die den Ausschlag zugunsten des UHC Hamburg geben. Wir haben, wie in der gesamten Hallensaison, gut verteidigt und hatten über die Saison gesehen die beste Abwehr. Mehr als fünf Gegentore haben wir in keinem Spiel zugelassen“, mischte sich bei Zafer Kir in die Enttäuschung über die Finalniederlage schon früh der Stolz auf ein Team, dem es Spaß gemacht hat zuzuschauen und das den vierten Hallentitel der Clubgeschichte nur knapp verpasste. Als Hallenhockey-Vizemeister 2026 brauchen sich die Blau-Weiß-Roten keineswegs zu verstecken. Das junge MHC-Team lieferte eine tolle Hallenrunde ab und zeigte dabei bemerkenswerte Comeback-Qualitäten, die auch im Endspiel zu sehen waren, aber diesmal, im Gegensatz zum Halbfinale gegen Mülheim, leider nicht ganz zum Erfolg führten.
Das Endspiel gegen den UHC Hamburg begann dabei nicht im Sinne der Blau-Weiß-Roten, als Henri de Cuvry in der 2. Minute den Ball ins Tor schob und es plötzlich 1:0 für die Hamburger hieß. „Den hatte er mit der runden Seite gespielt, deshalb hatten wir da mit einem Pfiff gerechnet“, bedauerte Florian Simon, der auch im Endspiel absprachegemäß das Tor hütete, während Adrian Rafi bei Siebenmetern zum Einsatz kam und auch am Sonntag für ein Penaltyschießen bereitgestanden hätte. Aus der Bahn ließ sich das Kir-Team dadurch aber nicht werfen. Nach einem starken Zuspiel von Tim Seagon markierte der 20-jährige Jan Wentscher bei seinem ersten großen Final Four das umjubelte 1:1 (6.). „Bei einem großen Final Four im Endspiel um die deutsche Hallenhockeymeisterschaft ein Tor zu schießen, ist dann schon etwas anderes, als bei einer Jugendendrunde“, wird Jan Wentscher diesen besonderen Moment wohl nicht vergessen, auch wenn er natürlich gerne mit den Jungs den blauen Meisterwimpel ans Neckarplatt geholt hätte. Was nicht ist, kann allerdings noch werden, und darauf hat Jan Wentscher auch große Lust. Leider durfte man im Blauen Block dieses Tor nur kurz feiern, denn quasi im Gegenzug stellte Liam Holdermann mit dem 2:1 (7.) die Hamburger Führung wieder her. Luis Holste kam dem 2:2-Ausgleich nahe, hatte aber Pech, als er nur den Pfosten traf (20.). Kurz vor der Halbzeitpause schlug dann der UHC noch einmal zu, als Fabio Reinhard die Hamburger mit 3:1 (30.) in Führung brachte.
Im dritten Viertel stellten die Blau-Weiß-Roten allerdings klar, dass sie dieses Finale noch längst nicht abgehakt hatten. In der 34. Minute lag vielen im Blauen Block schon der Torschrei auf den Lippen, aber die Wiederholungsecke von Jossip Anzeneder überwand zwar UHC-Keeper Felix Damberger, aber Tom Schmidt-Didlaukies klärte den Ball mit dem Schläger von der eigenen Torlinie (34.). Peer Hinrichs setzte sich wenig später stark über die rechte Seite durch und sein Abschluss überwand Damberger und es stand nur noch 3:2 (37). Mario Schachner konnte den UHC-Torwart danach nicht überwinden (41.) und in der Schlussminute des dritten Viertels verpasste Jan Wentscher ein Zuspiel von Tim Seagon nur knapp (45.). Die Chance zum 3:3 ergab sich Anfang des letzten Viertels per Strafecke, aber Moritz Himmler zielte knapp am UHC-Tor vorbei (47.). Gegen Cameron Golden verhinderte Florian Simon mit einer tollen Parade ein weiteres Gegentor (54.). Nach einem Ballverlust konnte der MHC-Goalie den auf ihn zustürmenden Liam Holdermann nicht ganz regelkonform am Torabschluss hindern und es gab Siebenmeter. Dies war eine Aufgabe für Adrian Rafi, aber Luis Bernstein verwandelte zum 2:4 (56.). Nach diesem Gegentor spielten die MHC-Herren ohne Torwart weiter und brachten den UHC nun mächtig ins Schwitzen! Als Tim Seagon auf 3:4 (57.) verkürzte, wurden Erinnerungen an das Halbfinale am Samstag wach, und tatsächlich ließ Luis Holste den Blauen Block jubeln, als er auf 4:4 (58.) stellte!
Florian Simon kehrte ins MHC-Tor zurück, aber Constantin Staib schlug dennoch zu und es stand 4:5 (58.). Wieder ging Florian Simon aus dem MHC-Tor, aber diesmal landeten die Hamburger einen Konter und trafen einen MHC-Spieler auf der Torlinie. Wieder gab es Siebenmeter, wieder standen sich Bernstein und Rafi gegenüber, und diesmal parierte Rafi und hielt damit knapp zwei Minuten vor dem Ende der 60 Spielminuten die Chance für den MHC am Leben. Die Blau-Weiß-Roten versuchten noch, das 5:5 zu erzielen, aber die Zeit verrann, ohne dass dieser heiß ersehnte Treffer noch fiel. ma