Das Happy End bleibt den MHC-Damen in Bonn wieder einmal knapp versagt
Das Happy End bleibt den MHC-Damen in Bonn wieder einmal knapp versagt – Bitteres 3:4 nach Penaltyschießen im DM-Finale gegen Düsseldorf
Zum Lieblingsspielort wird die Anlage des Bonner THV für die MHC-Damen wohl nicht mehr werden. So kamen am Sonntag die nächsten schmerzlichen Momente hinzu, als man sich in Bonn zum dritten Mal in einem Final4 um die deutsche Feldhockeymeisterschaft dem Düsseldorfer HC geschlagen geben musste. Wie schon 2022 war es dabei das Penaltyschießen, das am Ende für Tränen bei den Blau-Weiß-Roten sorgte, denn letztlich musste sich der Hauptrundenmeister dem DHC mit 3:4 (0:1, 1:1) nach Penaltyschießen geschlagen geben. Besonders weh tat dabei, dass der zweite Feldtitel nach 2023 durchaus greifbar war und Nadine Fieber, Charlotte Gerstenhöfer, Aina Kresken und Lisa Mayerhöfer es eigentlich verdient hatten, ihren Abschied beim MHC nicht mit Tränen der Enttäuschung, sondern mit Freudentränen zu begehen. Faktisch galt dies allerdings für die gesamte Mannschaft, der es sowohl in der regulären Spielzeit als auch im Penaltyschießen gelang, nach einem Rückstand wiederzukommen, allein das Happy End wollte sich wieder einmal nicht einstellen. „Wir haben im Spiel 80 Prozent Ballbesitz und spielen ein fast perfektes Spiel, während sich Düsseldorf aufs Kontern verlegt hatte“, hatte MHC-Trainerin Sofie Gierts ihr Team denn auch als das bessere gesehen, aber im Penaltyschießen braucht es dann auch das nötige Glück, um den Shootout für sich zu entscheiden. Die Chance dazu eröffnete Leonie Weißenberger den Blau-Weiß-Roten im Penaltyschießen, nachdem Chiara Vischer, wie schon im Halbfinale gegen den HTHC, in der regulären Spielzeit zur Stelle war, wenn sie gebraucht wurde. „Wir haben in dieser Saison Schritte in die richtige Richtung gemacht. Auf europäischer Ebene waren wir auf Platz drei und national das beste Team“, bezog Sofie Gierts in ihre Betrachtung auch die überragende Bundesliga-Hauptrunde ein und auch, dass man im Finale gegen den DHC mehr vom Spiel hatte, obwohl das Endspiel für die Blau-Weiß-Roten schon mit ungünstigen Vorzeichen begann, nachdem bei Linda Bens nach dem Halbfinalerfolg ein Bruch der Elle diagnostiziert wurde, womit sie beim Finale zuschauen musste. Dafür rückte die erst 17-jährige Friederike Dittert in die Aufstellung nach, die ein gutes Finale ablieferte.
Der Start in dieses Endspiel hätte für die Blau-Weiß-Roten allerdings kaum schlechter laufen können, als zunächst eine Strafecke für den MHC nach Heranziehung des Videobeweises doch nicht gegeben wurde (3.). Stattdessen führte ein Ballverlust von Julia Hemmerle in der Vorwärtsbewegung zum Konter für den DHC, und Marie Hahn legte Sara Strauss das frühe Düsseldorfer 1:0 (4.) auf. Fast wäre es sogar noch unglücklicher gelaufen, als Lucina von der Heyde ausrutschte und sich dadurch für Strauss die nächste Torchance bot, aber Chiara Vischer verhinderte das zweite Gegentor (13.). Im zweiten Viertel erhöhte das Gierts-Team merklich den Druck auf die Rheinländerinnen. So bediente Friederike Dittert Charlotte Gerstenhöfer, deren Abschluss DHC-Keeperin Femke Jovy parierte (24.). Nur kurz danach erzwangen die MHC-Damen durch Ines Wanner eine Strafecke, aber letztlich konnte Lisa Nolte den Versuch von MHC-Kapitänin Stine Kurz ablaufen (25.). Die Blau-Weiß-Roten hielten den Druck weiter aufrecht. Lucina von der Heyde legte Sonja Zimmermann die Kugel auf, die im Anschluss ans Finale zum MVP des Final4 2026 in Bonn gekürt wurde, aber auch ihren Abschluss entschärfte Jovy (26.)
Im dritten Viertel hatte Aina Kresken zwei Gelegenheiten (37., 40.), aber auch ihr blieb der Lohn in Form eines Tores versagt. Auch Charlotte Gerstenhöfer hatte Pech, als sie erneut nicht an Jovy vorbeikam (41.). In der 43. Minute führte der nächste Düsseldorfer Videobeweis zur Aberkennung einer Strafecke für den MHC. Das Gierts-Team machte aber unbeirrt weiter und belohnte sich dafür auch endlich, als Charlotte Gerstenhöfer Nadine Fieber das längst überfällige 1:1 (51.) auflegte. In der 57. Minute kam der DHC in einer seiner wenigen Offensivaktionen zur Strafecke. Clara Ycart Canal traf dabei zwar ins MHC-Tor, aber der Videobeweis bestätigte, dass der Ball bei der Eckenausführung den Schusskreis nicht verlassen hatte. Allerdings ging er an einen Mannheimer Fuß und so gab es die Wiederholungsecke. Diese lief Ines Wanner mit dem Fuß ab. Bei der nächsten Wiederholungsecke war dann Chiara Vischer gegen Elisa Gräve zur Stelle (57.). Fünf Sekunden vor Spielende brachte ein Videobeweis keine Ecke zugunsten des MHC (60.), und der Shootout musste über den Titel 2026 entscheiden. Leonie Weißenberger kam im Penaltyschießen ins Tor der Blau-Weiß-Roten. Der MHC musste beginnen, und eigentlich machte Sonja Zimmermann beim ersten Versuch alles richtig, aber der rechte Torpfosten rettete für die bereits geschlagene Jovy. Friederike Heusgen traf für den DHC. Nun war Lucina von der Heyde an der Reihe, aber ihren ersten Schuss parierte Jovy und der Nachschuss ging am Tor vorbei. Sophia Schwabe erhöhte für Düsseldorf. Fiona Felber trat an und traf ebenfalls nicht für den MHC, womit die Sache schon fast für Düsseldorf gelaufen schien. Aber es gab ja noch Leonie Weißenberger, die gegen Sara Strauss parierte. Als Charlotte Gerstenhöfer für den MHC traf, kehrte die Hoffnung wieder zurück. Das wusste auch der DHC, weshalb man den Videobeweis zog, um zu überprüfen, ob der Ball erst nach Ablauf der acht Sekunden die Torlinie überquerte. Der Treffer von Gerstenhöfer zählte aber! Als Leonie Weißenberger Selin Oruz den Erfolg verwehrte, erhielt die Titelhoffnung der Blau-Weiß-Roten noch mehr Atemluft. Ines Wanner musste allerdings treffen und tat dies auch. Lisa Nolte hatte jetzt die Chance für den DHC, alles klarzumachen, aber Leonie Weißenberger hielt, und plötzlich war alles wieder möglich, zumal in der Verlängerung des Shootouts nun der DHC vorlegen musste. Leonie Weißenberger sorgte dafür, dass Sophia Schwabe verzog. Jetzt hatte Charlotte Gerstenhöfer den Titel für den MHC auf dem Schläger, aber Jovy wehrte ab! Friederike Heusgen legte für Düsseldorf vor, aber Lucina von der Heyde konnte nicht ausgleichen und Düsseldorf bejubelte den Titelgewinn! ma