7:6-Sieg nach Penaltyschießen beim HCL erweist sich für die FHC-Damen nicht als Rückschlag – Wochenende der Entscheidung steht an
Dass sich die Dinge gerade im Sport schnell ändern können, ist bekannt, und genau dies war auch am drittletzten Spieltag in der Zweiten Feldhockey-Bundesliga Süd der Damen der Fall. So schienen die FHC-Damen im Kampf um Meisterschaft und Aufstieg am Samstag beim 7:6 (0:0, 1:1)-Sieg nach Penaltyschießen beim HC Ludwigsburg einen überaus wichtigen Punkt eingebüßt zu haben. Schließlich hatte der Spitzenreiter TSV Mannheim Hockey damit am Sonntag mit einem Heimsieg gegen den im Kampf um den Klassenerhalt steckenden Nürnberger HTC die Chance, die Führung vor dem abschließenden Doppelspielwochenende auf vier Punkte auszubauen, womit die FHC-Damen die Dinge nicht mehr in der eigenen Hand gehabt hätten. „Wir wollen jetzt die letzten beiden Spiele gewinnen und dann sehen wir, was dabei herauskommt“, wusste FHC-Damentrainer Tobias Herre am Samstag noch nicht, dass man den Abstand auf den Lokalrivalen sogar auf einen Zähler verkürzen würde, unterlag der TSVMH doch dem NHTC mit 0:1! Damit kann der FHC mit einem Sieg am kommenden Samstag (12 Uhr) in Rüsselsheim und dann am Sonntag (12 Uhr) im abschließenden Derby am Neckarplatt gegen den TSVMH den Aufstieg weiterhin aus eigener Kraft schaffen.
„Wir haben vor allem in der ersten Halbzeit gut verteidigt und haben uns auch ein paar Chancen herausgespielt, aber die Konter nicht so gut zu Ende gespielt und unsere zwei, drei Chancen nicht genutzt“, bedauerte Herre. Tatsächlich musste Johanna Schek im FHC-Tor in den ersten beiden Vierteln nicht größer eingreifen, während Leah Lörsch Pech hatte, als sie das von Anna Maiero gehütete HCL-Tor knapp verfehlte (4.). Julia Spohr (11.) und Jule Reimold (25.) verpassten ein Zuspiel jeweils nur knapp. „In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel zwischendurch ein bisschen offener. Wir hatten leider nicht die Spielkontrolle, wie in den letzten Spielen, trotzdem haben wir das 1:0 geschossen, und dann kriegen wir durch eine unglückliche Situation, wo wir wechseln, durch eine Aggi das Gegentor“, durfte sich Herre nicht sehr lange über die 1:0-Führung freuen. Dass das Trikot mit der Nummer 27 mittlerweile auch beim FHC den Namen Kurz trägt und Schlenzbälle auch hier durchaus gefährlich sind, bekam der HCL zu spüren, als Wenke Kurz den Ball zu Leah Lörsch schlenzte. Lörsch verfehlte den Ball zunächst, aber der zweite Anlauf saß und der FHC führte mit 1:0 (37.). Eine Unaufmerksamkeit nutzte allerdings wenig später Carlotta Koch für den HCL mit besagter Aggi ins rechte obere Toreck, woran Johanna Schek nichts ändern konnte, und es stand 1:1 (40.). Danach parierte Schek eine HCL-Strafecke von Jessica Schwarz (44.). Auf der anderen Seite zog Hannah Schiller die Strafecke für den FHC und Giulia Schubert kam dem 2:1 nahe, aber Sina Burkhart klärte die Kugel von der Ludwigsburger Torlinie (45.). Im Schlussviertel hatte das Herre-Team die nächste Ecke, aber den Wiederholungsversuch von Giulia Schubert entschärfte HCL-Torfrau Maiero (50.). Es folgte eine Grüne Karte auf beiden Seiten und der HCL kam zu einer weiteren Strafecke. Diese verstoppten die Gastgeberinnen zunächst, aber Jessica Schwarz kam zum Nachschuss und erneut wehrte Johanna Schek stark ab (54.). Nach einer Gelben Karte gegen Giulia Schubert (57.) musste der FHC die reguläre Spielzeit in Unterzahl beenden. Ludwigsburg kam erneut zu einer Ecke, und gegen Jessica Schwarz fuhr Johanna Schek den Schläger aus und fischte den Ball aus dem bedrohten Toreck (58.). Da es zu diesem Zeitpunkt so aussah, als würden nur drei Punkte den FHC-Damen im Aufstiegsrennen weiterhelfen, nahm Herre kurz vor Schluss Johanna Schek zugunsten einer weiteren Feldspielerin aus dem FHC-Tor (59.), aber es sollte mit dem Siegtreffer nicht mehr klappen.
So musste also das Penaltyschießen darüber entscheiden, wer zumindest den zweiten Punkt erhält, und Johanna Schek kam für den Shootout zurück ins Tor, während beim HCL Rebecca Götz zwischen die Torpfosten rückte. Der HCL begann und Jessica Schwarz traf, aber Luisa Höfling-Conradi glich für den FHC aus. Den nächsten Ludwigsburger Versuch von Amira Sophie Hamzah wehrte Johanna Schek ab! Emma Himmler traf dagegen für den FHC. Auch gegen Nele Pöhler war Schek zur Stelle! Yevheniya Kernoz verwandelte ihren Penalty humorlos und brachte den FHC in eine vermeintlich gute Position. Clara Gulewitsch traf für den HCL, während Laura Schubert keinen Erfolg hatte. Carlotta Koch glich für die Gastgeberinnen aus, doch Chiara Schubert hatte immer noch den Sieg auf dem Schläger, aber Götz parierte und schickte den Shootout in die Verlängerung. Nun musste der FHC vorlegen und Kernoz tat dies auch! Jessica Schwarz glich für den HCL aber aus. Luisa Höfling-Conradi trat ebenfalls ein zweites Mal an und nachdem Götz ihren ersten Schuss noch pariert hatte, traf Conradi im Nachschuss zur erneuten FHC-Führung. Beim zweiten Penalty von Gulewitsch erkannten die Unparteiischen ein Foul von Schek und so schritt Jessica Schwarz an den Siebenmeterpunkt und markierte den erneuten Ausgleich. Laura Schubert scheiterte an Götz, doch Johanna Schek ließ das mögliche Ludwigsburger Siegtor von Carlotta Koch nicht zu! Das neunte Pärchen eröffnete Emma Himmler, die traf. Jetzt war es an Amira Sophie Hamzah, auszugleichen, aber Schek ließ den Ausgleich nicht zu und der 7:6-Sieg nach Penaltyschießen war perfekt. ma