Zeitungsartikel

Hockey-Bundesliga soll fortgesetzt werden

Die 44 Vereine der ersten und zweiten Liga stimmten mit deutlicher Mehrheit gegen einen Abbruch

Die wegen der Coronavirus-Pandemie unterbrochene Feldsaison 2019/20 der Hockey-Bundesligen der Damen und Herren soll unter Mitnahme der im Herbst vergangenen Jahres erzielten Punkte und Tore im Herbst 2020 fortgesetzt und nicht annulliert werden. Das hat eine von der „Taskforce Bundesliga“ initiierte Befragung der insgesamt 44 Bundesligavereine mit 24 Mannschaften der ersten und 40 Mannschaften der zweiten Liga ergeben.

Die aus Vertretern des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) und der Bundesliga-Vertreter bestehende Taskforce gab zunächst ihrer Freude darüber Ausdruck, dass alle 44 Vereine an der Abstimmung teilgenommen haben. Nach deren Auswertung hatte sich bei der Bundesliga mit 58,3 zu 41,7 Prozent und bei der 2. Liga mit 55 zu 45 Prozent jeweils eine knappe Mehrheit für die Fortsetzung der Saison ausgesprochen.

Für den nun weiter folgenden Abstimmungsprozess hat die Taskforce drei verschiedene Szenarien für die Bundesliga und zwei für die 2. Bundesliga erarbeitet. Da die Saison schon zuvor vom Deutschen Hockey-Bund (DHB) bis zum 31. Juli ausgesetzt worden war, hatten die Bundesligavereine in einer Videokonferenz die Taskforce darum gebeten, sich nicht schon jetzt auf ein bestimmtes Szenario festzulegen, sondern die weitere Entwicklung in der Corona-Krise abzuwarten. Da aus der Sicht der Taskforce ebenfalls keine Notwendigkeit für eine umgehende endgültige Entscheidung besteht, hat sie beschlossen, mit dem Abstimmungsverfahren für die vorgeschlagenen Szenarien momentan zu warten und mit einem aktuellen Sachstand bis spätestens Anfang Juni erneut auf die Vereine zuzugehen.

Peter Lemmen, der sportliche Leiter des Mannheimer HC, zeigte sich „zufrieden, dass die Saison nicht annulliert wird und gerechterweise auch die bisher erzielten Punkte und Tore für eine Fortsetzung der Saison mitgenommen werden“. Der MHC und auch die ZweitligaDamen des Tochtervereins Feudenheimer HC hatten sich bei der Abstimmung gegen eine Annullierung ausgesprochen.

Was beim Blick auf die jeweilige Tabelle auch wenig verwunderlich ist. Denn die Damen des MHC führen das Klassement mit fünf Punkten Vorsprung vor den punktgleichen Verfolgern UHC Hamburg, Düsseldorfer HC und Club an der Alster Hamburg an, die Herren liegen als Dritter mit 21 Zählern nur zwei Punkte hinter dem punktgleichen Spitzenduo Uhlenhorst Mülheim und Rot-Weiß Köln zurück. Und auch die Feudenheimer Damen haben als Tabellenfünfter fünf Punkte Vorsprung auf den ersten Nichtabstiegsplatz.

Ganz anders sieht die Situation dagegen beim Lokalrivalen TSV Mannheim aus, der sich bei der Abstimmung für eine Annullierung der Saison ausgesprochen hatte. Die Herren des TSV liegen mit sechs Zählern momentan auf einem Abstiegsplatz, und die Damen, mit dem Ziel direkter Wiederaufstieg angetreten, sind mit elf Punkten Rückstand auf Spitzenreiter TuS Lichterfelde lediglich auf Platz drei in der 2. Bundesliga.

„Natürlich haben wir auch auf die Tabelle geschaut“, sagte der 2. Vorsitzende des TSV Matthias Wossidlo. „Wir haben unsere Entscheidung aber einerseits damit begründet, dass wir davon ausgehen, dass im Herbst noch kein regelmäßiger Spielverkehr stattfinden kann und auf der anderen Seite kleinere Vereine wie wir benachteiligt werden könnten. Weil größere Klubs mehr Möglichkeiten haben, bis zur Wechselfrist am 1. August personell aufzurüsten, würden wir bei einer Fortsetzung der Saison dann mitunter erheblich verstärkten Mannschaften gegenüberstehen“, lobte Wossidlo aber ausdrücklich das Mitspracherecht der Vereine durch die Taskforce.

Aus der Rhein-Neckar-Zeitung.

Share