Ergebnisse

EHL: Herren gewinnen Krimi gegen Mülheim im Penaltyschießen

Halbfinale gegen die Waterloo Ducks am Ostersonntag um 13 Uhr.

MHC-Herren ziehen erstmals ins Final Four der EHL ein!
Blau-Weiß-Roten beenden gegen Mülheim ihren Penaltyfluch auf europäischer Ebene.

Die Nerven waren bei allen Beteiligten angespannt wie Drahtseile, als Guido Barreiros auf HTCU-Torwart Lennart Küppers zulief und der Argentinier verwandelte seinen Penalty sicher zum 4:2 und schoss die Blau-Weiss-Roten damit unter die besten vier Clubteams in Europa. Damit haben die MHC-Herren schon jetzt ein Stück Vereinsgeschichte geschrieben, denn erstmals in der Clubhistorie stießen die Blau-Weiß-Roten ins Final Four der Euro Hockey League (EHL) vor. Dementsprechend ausgelassen war die Freude bei Spielern und den mitgereisten Fans, die endlich auch das Ende des Penaltyfluchs in der europäischen Königsklasse feiern durften. „Wir hatten haben heute sehr gut gespielt und hatten sicherlich auch das Glück, dass wir in der EHL in den letzten Jahren nicht hatten. Auf diesem Toplevel brauchst du eben auch etwas Glück um weiterzukommen“, durfte sich auch MHC-Coach Michael McCann endlich über einen gewonnen Shootout freuen, nachdem die EHL-Abenteuer 2011, 2017 und 2018 stets erst nach einem verlorenen Penaltyschießen zu Ende gingen. Nach regulärer Spielzeit bleiben die MHC-Herren nach ihren bisherigen EHL-Auftritten daher weiterhin ungeschlagen. Als Spiele für schwache Nerven sind die Aufeinandertreffen zwischen dem MHC und dem HTCU Uhlenhorst Mülheim sowieso nicht bekannt, da machte auch das EHL-Viertelfinale zwischen beiden Teams keine Ausnahme. So schien zunächst alles im Sinne der Blau-Weiß-Roten zu laufen. Als HTCU-Kapitän Tobias Matania mit Grün erst wenige Sekunden zuvor auf der Strafbank Platz nahm, setzten Guido Barreiros und Philipp Huber Lucas Vila glänzend in Szene, der das frühe 1:0 (7.) für den MHC erzielte. Der Olympiasieger hatte erst am Vortag seinen Vertrag beim MHC um ein weiteres Jahr verlängert. „Wir haben als Mannschaft heute sehr gut gespielt und an uns geglaubt und jetzt geht es für uns am Sonntag weiter. Daher dürfen wir auch nicht glauben, dass wir jetzt schon etwas erreicht haben“, brennt Vila auf das EHL-Halbfinale gegen die Waterloo Ducks am Sonntag (13 Uhr, live auf eurohockeytv.org). In der 13. Minute hatten sich die Ruhrstädter dann zu sehr auf MHC-Strafeckenspezialist Gonzalo Peillat konzentriert, stattdessen war es Timm Haase der nach schöner Variante Küppers bei der ersten Strafecke für Mannheim zum 2:0 überwand. Der Meister schlug allerdings in Person von Lukas Windfeder zurück, der die erste Mülheimer Strafecke zum 2:1 (17.) nutzte. Drei Minuten später bejubelte der HTCU schon den 2:2-Ausgleich, doch nach Heranziehung des Videobeweises zeigte sich, dass ein Ruhrstädter zuvor den notwendigen Abstand von fünf Metern nicht eingehalten hatte. Das hieß Freischlag für den MHC! Das 2:2 kam dann aber doch, denn auch die zweite Strafecke von Lukas Windfeder saß (27.). Lucas Vila beantwortete diesen Treffer jedoch rasch. Danny Nguyen hatte Felix Schües mit einem langen Ball bedient, Schües leitete weiter auf den über rechts durchbrechenden Vila und es hieß 3:2 (28.) für den MHC. Nach der Halbzeit hatte diese Führung allerdings nicht mehr lange bestand, denn wieder war es Windfeder, der im dritten Anlauf auch die nächste HTCU-Ecke zum 3:3 (35.) im MHC-Tor unterbrachte. Nach Zuspiel von Gonzalo Peillat war es dann erneut Timm Haase, der für den MHC zum 4:3 (50.) traf. „Wahnsinn dass wir das heute endlich mal gepackt haben und jetzt im Final Four der EHL stehen. In der Bundesliga habe ich schon so lange nicht mehr getroffen und jetzt gelingen mir in diesem wichtigen Spiel gleich zwei Tore“, freute sich der MHC-Stürmer. Diese Freude musste allerdings noch warten, denn Lukas Windfeder hatte noch einen vierten Eckenstreich zum 4:4 (53.) parat. „Gegen einen Lukas Windfeder kann es einem schon passieren, dass man mal vier Eckentore kassiert“, befand MHC-Coach McCann. Was folgte war das Penaltyschießen und da konnte MHC-Goalie Lukas Stumpf mit Niklas Bosserhoff gleich den ersten HTCU-Schützen erfolgreich am Torerfolg hindern. Damit war nun der MHC an der Reihe und Kapitän Jan-Philipp Fischer übernahm die Verantwortung. Mit viel Willen und dem nötigen Quäntchen Glück überwand er Küppers zum 1:0 für den MHC. Herzbruch glich für Mülheim zum 1:1 aus. Patrick Harris verwandelte seinen Penalty sicher – 2:1 für den MHC! Keegan Pereira verwandelte für den HTCU zum 2:2, aber Teo Hinrichs hielt den Druck auf den Meister aufrecht. Der Ball schien dabei schon fast weg zu sein, doch Hinrichs reagierte schnell und wuchtete das Ding noch innerhalb der acht Sekunden ins Tor. Den Penalty von Ferdinand Weinke machte dann Lukas Stumpf zunichte und nun hatte Guido Barreiros die Entscheidung auf dem Schläger. Wie es ausging wissen wir – Halbfiiinaaaleee!!!

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