Kinderhockey

[:de]„Du bist ein Hockey-Talent“[:]

[:de]Rückwärtslaufend auf die große Hockeybühne

Die Jugendarbeit des MHC boomt, das haben zuletzt wieder die Deutschen Jugendmeisterschaften Anfang März bewiesen. Doch die jungen Talente fallen natürlich nicht vom Himmel. Um die Mannheimer Kinder schon in aller Frühe vom Hockeysport zu überzeugen und sportlich talentierte Kinder in den Verein zu locken, zieht jedes Jahr ein Sichtungsteam unter dem Projekttitel „Du bist ein Talent“ durch fünf Mannheimer Schulen. In der Wallstadtschule, der Johann Peter Hebel Schule, der Friedrich Ebert Schule, der Almenhofschule und der Brüder Grimm Schule erleben alle Erstklässler eine Schulstunde Hockey mit Oliver Sobotta. Da wird durchgepowert, vorwärts und rückwärts gelaufen, mit dem Schläger experimentiert.

„Spätestens beim Rückwärtslaufen merkst du, ob das Kind sich gut und gerne bewegt“, stellt Oliver Sobotta fest. Bewegung ist das Stichwort dieser dreißig Minuten. Es zählt jedoch nicht nur das, was die Kinder schon können, sondern auch wie gut sie das umsetzen, was sie hörten, wie sie ausprobieren und wie sie damit umgehen, wenn es beim ersten Mal nicht klappt: „Es gibt ja auch Kinder, die geben auf“.

Für mehr Spaß und Erfolg wird nicht mit normalen Hockeybällen, sondern größeren Gymnastikbällen gespielt. Um in den Umgang mit dem Schläger einzuführen, werden die Kinder „tätowiert“: ein Punkt auf der linken Hand zeigt, welche Hand oben am Schläger anfasst. Doch wer kann sich wie gut selbst kontrollieren? Spielerisch sollen die Kinder so das Hockey kennenlernen, mit den obersten Regeln Sicherheit, Miteinander und Selbstschutz.

Während Olli die Schüler auf Trab bringt, beobachtet Matthias Becher von draußen das Geschehen und notiert die besonders auffälligen Jungen und Mädchen. Die bekommen dann anschließend eine Einladung zum Talenttag. Als das Projekt in dieser Form vor fünf Jahren anlief, war Lola Bühn eine von diesen talentierten Kindern. „Dass war eine große Überraschung, als Lola mit dem Brief nach Hause kam“, erinnert sich ihr Vater Gerhard Bühn. „Da stand, dass Lola sehr talentiert wäre. Das macht einen als Eltern natürlich stolz. Also haben wir Lola gefragt, und sie hatte auch Lust, sich das mal anzugucken. Als sie zurückkam hat sie gesagt: Da will ich bleiben“.

Doch auch die Kinder, die keine Einladung bekommen, aber trotzdem den Spaß am Hockeyspielen entdeckt haben, sind beim MHC gerne gesehen. „Ich möchte den Kindern in der kurzen Zeit so viel bieten, dass sie richtig hungrig darauf werden“, setzt sich Sobotta zum Ziel. Denn es geht ja auch darum, den Sport bekannt zu machen, damit nicht alle Kinder nur dem Fußball hinterherrennen, sondern auch mal einen Schläger in die Hand nehmen. Deswegen bietet der MHC in den Kooperationsschulen auch eine AG für alle an, die von den FSJlern des Clubs geleitet wird. Die konkreten Überlegungen für noch umfangreichere Aktionen, wie z.B. mit Kindergärten, sind schon im Gange, um in den nächsten Jahren noch mehr Kinder anzusprechen und zu entdecken.

Oliver Sobotta

Die kleine Lola Bühn von damals ist heute elf Jahre alt und auf dem besten Weg, ein aufsteigender Stern am Hockeyhimmel zu werden. Als Teil der Mädchen C1 spielt sie nun bei den B Mädchen um die Meisterschaft mit. Mit ihrer Entwicklung ist sie ein Aushängeschild für die Aktion „Du bist ein Talent“. „Wir hatten mit dem MHC vorher gar nichts zu tun“, berichtet ihr Vater. „Wahrscheinlich hätte sie eher etwas anderes gemacht, wenn es die Sichtung nicht gegeben hätte. Aber jetzt ist sie voll dabei und an
einem Punkt, an dem sie von sich aus richtig beißt“. Denn das hat Lola ja schon in ihrem allerersten Hockeytraining bei Olli gelernt: Aufgeben gibts nicht!

Am Samstag, 17.3., findet ab 9:30 Uhr der Talenttag im MHC statt. Zuschauer sind jederzeit willkommen![:]

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