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Die deutsche Hockey-Nationalmannschaft verlor in Mannheim mit 0:3 gegen Weltmeister Australien
Mannheim. (miwi) Stürmische Winde, eine glatte Niederlage gegen den Weltmeister und ein verletzter Rekordnationalspieler – damit musste Markus Weise gestern klarkommen. Der Trainer der deutschen Hockey-Nationalmannschaft wirkte dennoch gelassen, als er nach dem 0:3 (0:2) in einem Testspiel gegen Australien das Klubhaus des Mannheimer HC betreten hatte. Dort störte der böige Wind schließlich nicht mehr, gegen den sich Weise zuvor mit einer schwarzen Wollmütze geschützt hatte. Und die Blessur von Matthias Witthaus stellte sich nach Rücksprache mit dem Teamarzt als nicht so schwerwiegend heraus. Ein gehöriger Schreck fuhr den zahlreichen Zuschauern am Neckarplatt in die Glieder, als der Stürmer des Mannheimer HC zu Beginn der zweiten Halbzeit im gegnerischen Schusskreis liegen blieb. Witthaus wurde von der Spielkugel am Kopf getroffen, zog sich eine Platzwunde am Kopf zu und wurde mit einem Gerätewagen in die Kabine gefahren. „Die Wunde muss genäht werden“, erklärte Weise, nachdem der 352-fache Nationalspieler per Rettungswagen ins Krankenhaus abtransportiert worden war. Dort wurde am Abend auch noch untersucht, ob Witthaus eine Gehirnerschütterung davongetragen hatte. Witthaus, Weise und die deutsche Mannschaft kamen also noch einmal mit dem Schrecken davon, was für die 70 Minuten gegen den amtierenden Weltmeister nicht galt. Die Australier waren im ersten von zwei Vergleichen – Teil zwei steigt heute um 19 Uhr, der Eintritt für die Partie ist frei – wacher, agiler und siegten deshalb verdient mit 3:0. „Wir haben heute aus Kopfgründen verloren“, analysierte der Bundestrainer: „Das war inkonsequent, weil wir einige Dinge gut gemacht haben, andere dafür nicht.“ Gegen das Pressing der Australier hatten die Deutschen gute Lösungen parat, verstanden es aber nicht, sich am gegnerischen Schusskreis entscheidend durchzusetzen. Hinzu kam, dass die Deutschen anfällig für Schnellangriffe der „Aussies“ waren und deshalb in der ersten Hälfte durch Jamie Dwyer (21.) und Eddie Ockenden (34.) mit 0:2 in Rückstand gerieten. Besonders beim zweiten Treffer ließ sich die DHB-Auswahl nach Ballverlust am gegnerischen Schusskreis auskontern. Nach der Pause machte Glenn Turner mit dem dritten Treffer in der 47. Minute alles klar. Den Bundestrainer schien die Niederlage gar nicht sonderlich zu stören. Vielleicht kam Weise sogar gelegen, dass seine Mannschaft und die Hockey-Öffentlichkeit nach dem Sieg beim olympischen Test-Event vor zehn Tagen in London wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wurden. In London hatten die Deutschen die Australier noch zwei Mal besiegt, im Finale sogar deutlich mit 5:2. Wahrscheinlich hatte das deutsche Team das Duell gestern einfach etwas zu locker genommen. Die Aussage Weises, man habe aus Kopfgründen verloren, macht vor diesem Hintergrund natürlich Sinn. Für den Bundestrainer spielen die Ergebnisse gegen einen solch starken Gegner wie Australien in dieser Phase der Olympia-Vorbereitung sowieso keine große Rolle. „Die Spiele sind wichtig, die bringen uns weiter“, sagte er. Nach den beiden Länderspielen in Mannheim wird sich Weise mit seinen Co- Trainern beraten und den aktuell 25 Spieler umfassenden Kader weiter reduzieren. Für zwei Akteure ist der Traum von den Olympischen Spielen anschließend vermutlich schon vorbei. „Der Kader steht zu 71,83 Prozent“, scherzte der Bundestrainer, der zwar ein Gerippe im Kopf hat, sich zehn Wochen vor dem Olympia-Auftakt aber noch nicht endgültig festlegen will.
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